Die Sauer-Orgel in der St.-Marien-Kirche zu Friesoythe
Am 23. Oktober 1994 fand um 10.30.Uhr der Festgottesdienst zur Orgelweihe in der St.-Marien-Kirche statt. Der Bischöfliche Offizial Weihbischof Dr. Max Georg Freiherr von Twickel nahm die Weihehandlung vor, der Kirchenchor St. Marien sang unter der Leitung von Christian Kollenbach die Kassiansmesse von Karl Norbert Schmidt.

Heinrich Deboi spielte in diesem Festgottesdienst die Orgel. Die ersten Töne, die in einem Gottesdienst der Orgel entlockt wurden, waren die mächtigen Akkordballungen aus Max Regers "Introduktion und Passacaglia d-Moll". Als weitere Werke erklangen das "Prière à Notre Dame" und die Toccata c-Moll aus der Suite Gothique op. 25 von Leon Boëllmann, die Choralpartita "Christus, der ist mein Leben" von Johann Pachelbel sowie Johann Sebastian Bachs berühmte "Toccata und Fuge d-Moll" BWV 565.

Vom 3-manualigen Spieltisch in Cavaillé-Coll Ausführung werden die 46 Register und das Glockenspiel gesteuert. Die Orgel hat Schleifladen mit mechanischer Spieltraktur und elektrischer Registertraktur sowie eine Registerwalze. Die ursprünglich 64-facher Setzterkombination wurde mittlerweile in ihrer Kapazität verzehnfacht. Ein Detail des Prospekts zeigt das Pfeifenfeld des Hauptwerkes und die beiden seitlichen Pedaltürme. Das dahinter liegende Schwellwerk ist nicht sichtbar. Der Orgelbauer Johannes Falke (Fa. Sauer, Höxter) hat das 790.000,- DM teuere Instrument in enger Abstimmung mit Heinrich Deboi intoniert.
Von der Schaltzentrale, dem Spieltisch, aus kann Heinrich Deboi die Orgelwerke stilgerecht interpretieren, mit dem edlen Klang der Orgel die Gottesdienstbesucher anrühren und zum Mitsingen und Mitloben inspirieren. Der Blick vom Orgelboden zeigt die versammelte Gottesdienstgemeinde anlässlich eines Festgottesdienstes zur Firmung.

Der Blick in den Glockenstuhl der St.-Marien-Kirche zeigt die 1955 angeschafften 4 Glocken, die ein Salve-Regina-Geläut erzeugen und folgende Inschrift tragen:

1. Christ-Königs-Glocke ( Ton des), 1,50 m, 2180 kg

Praeco Christi Regis voco cives Friesoythensis sono valido ad confessionem fidei atque sacrum sacrificium. Als Herold Christi, des Königs, rufe ich mit klangvoller Stimme zum Bekenntnis des Glaubens und zum hl. Opfer.)

2. Katharinenglocke (Ton f), 1,20 m, 1000 kg

(In honorem B.M.V. Patr. Eccl. Friesoythensis, sub Tit. Assumpt. Tu nos fide cath. serva, funda nos in pace, ab omni male protege, in hora mortis suspice. Zu Ehren der hl. Jungfrau Maria, der Himmelskönigin, Patronin der Kirche zu Friesoythe. Im kath. Glauben bewahre uns, den Frieden erhalte uns, beschütze uns vor allem Übel, stehe uns bei in der Stunde unseres Todes.)

3. Marienglocke (Ton as), 1,00 m, 600 kg

(Sancte Josef, tuere speciali cura Oppidum Friesoythense atque habitatores ejus, Patr. morientium, o.p.n. Heiliger Josef, nimm in deine besondere Obhut Stadt und Bewohner von Friesoythe, Patron der Sterbenden, bitte für uns.)

4. St.-Josefs-Glocke (Ton b), 0,90 m, 400 kg

("Zu Godes Ehr bin ick laten gheten, Catharina bin ick geheten)

Ein außergewöhnlicher Arbeitsplatz: Blick vom Spieltisch über das Rückpositiv in den Kirchenraum von St. Marien zu Friesoythe. Fotos: Ludger Bickschlag, www.klar-kultur-event.de